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Test 3.0 Newsletter | Rebalancing: Vorteile und Methoden

Adrian Kuchar

Die Asset Allocation – also die Aufteilung eines Portfolios auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe – gilt in der modernen Portfoliotheorie als der entscheidende Rendite- und Risikotreiber. Studien, darunter die viel zitierte Analyse von Brinson, Hood und Beebower (1986, 1991), zeigen, dass über 90 % der Renditeschwankungen eines diversifizierten Portfolios auf die strategische Asset Allocation zurückzuführen sind – und nicht auf Einzeltitelselektion oder Market Timing.

Doch selbst die sorgfältigste Portfoliokonstruktion verliert mit der Zeit ihre ursprüngliche Form: Unterschiedliche Wertentwicklungen der einzelnen Anlageklassen verschieben die Gewichtung kontinuierlich. Was einmal 60 % Aktien und 40 % Anleihen war, kann nach einem starken Börsenjahr zu 70/30 werden – mit spürbar verändertem Risikoprofil. Genau hier setzt Rebalancing an.

WDiese Woche bei Investpuls:ancing? Definition und Grundlagen

Rebalancing bezeichnet die periodische Wiederherstellung der ursprünglich definierten Portfoliostruktur (Ziel-Asset-Allocation), nachdem sich diese durch unterschiedliche Renditeentwicklungen der einzelnen Portfoliokomponenten verschoben hat. 

In der Praxis bedeutet das: Anlageklassen, die stärker gestiegen sind als geplant, werden (teilweise) verkauft; jene, die hinter der Zielgewichtung zurückgeblieben sind, werden aufgestockt. Der Anleger kauft damit – antizyklisch – günstigere Positionen und reduziert teurere. 

Beispiel: Ein Portfolio besteht ursprünglich zu 70 % aus Aktien-ETFs und zu 30 % aus Anleihen-ETFs. Nach einem Jahr starker Aktienmärkte beträgt die Aktienquote 80 %. Durch Rebalancing wird die Aktienposition reduziert und die Anleihenposition aufgestockt, bis wieder das Verhältnis 70/30 hergestellt ist.

Wichtig: Rebalancing ist primär ein Instrument des Risikomanagements, nicht der Renditemaximierung. Es stellt sicher, dass das Portfolio dauerhaft dem individuell gewünschten Rendite-Risiko-Profil entspricht. Wie Gerd Kommer und Jonas Schweizer formulieren: 

„Rebalancing ist in erster Linie ein Risikomanagement-Instrument und dieser Risikomanagement-Aspekt sollte letztlich der alleinige oder jedenfalls der maßgebliche Grund sein, RB durchzuführen.“ (Kommer/Schweizer, gerd-kommer.de, 2021)

Fazit

Rebalancing ist kein optionaler Luxus, sondern ein essentielles Element nachhaltiger Vermögensanlage. Es sichert die Integrität der einmal bewusst gewählten Asset Allocation, diszipliniert den Anleger zu antizyklischem Handeln und hält das Risikoprofil eines Portfolios dauerhaft stabil.


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