Market Timing: Warum der richtige Zeitpunkt so schwer zu treffen ist
Warum Market Timing zwei richtige Entscheidungen verlangt, was das Warten kostet, warum die besten Börsentage so nah an den schlechtesten liegen – und wie eine vorher festgelegte Regel die Prognose ersetzt.
Im März 2020 verlor der Weltaktienmarkt, gemessen am MSCI World in Euro, in einem einzigen Monat 13,1 %. Im April legte er um 11,7 % zu. Wer im März aus Vorsicht verkauft hatte, konnte dafür gute Gründe sehen – die Nachrichtenlage war außergewöhnlich schlecht. Damit der Ausstieg einen Vorteil gebracht hätte, hätte er aber wenige Wochen später wieder einsteigen müssen: mitten in einer Pandemie, als niemand Entwarnung gab.
Darin steckt das eigentliche Problem. Market Timing verlangt zwei richtige Entscheidungen: wann du aussteigst und wann du wieder einsteigst. Dasselbe gilt, wenn du noch gar nicht investiert bist und auf einen besseren Einstieg wartest – auch dann brauchst du eine zweite Entscheidung, nämlich wann der Moment gekommen ist. Weil Aktien langfristig eine positive erwartete Rendite haben und starke Erholungstage häufig in turbulenten Phasen auftreten, verursacht das Warten auf den „besseren“ Zeitpunkt Kosten, auch wenn es sich vorsichtig anfühlt.
Dieses Whitepaper zeigt, warum diese zwei Entscheidungen so schwer zu treffen sind, was Warten in der Vergangenheit gekostet hat und wie eine vorher festgelegte Regel die Prognose ersetzt.