Anleihen: Wie sie funktionieren und welche Rolle sie im Portfolio spielen
Warum Anleihekurse mit den Zinsen schwanken, welche Risiken in Schuldner, Laufzeit und Währung stecken – und wann Anleihen ein Aktienportfolio stabilisieren können.
2022 war ein Jahr, das viele Anleger an ihren Anleihen zweifeln ließ. Euro-Staatsanleihen – Kredite an Staaten wie Deutschland, Frankreich, Italien oder Österreich – verloren über alle Laufzeiten gerechnet 18,5 %. Der Weltaktienmarkt gab in Euro im selben Jahr 13,0 % nach. Ausgerechnet der Teil des Depots, der für Ruhe sorgen sollte, fiel stärker als die Aktien.
Der Blick in die Details erzählt aber eine andere Geschichte als „Anleihen sind riskant“. Euro-Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von ein bis drei Jahren verloren 4,3 %, solche mit 15 bis 30 Jahren Restlaufzeit 34,7 %. Dieselben Staaten, ein völlig anderes Ergebnis. Den Unterschied machte nicht der Schuldner, sondern die Laufzeit.
Darin steckt die Grundidee dieses Whitepapers. Eine Anleihe ist ein Kredit – wie riskant sie für dich ist, hängt vor allem von drei Dingen ab: wem du das Geld leihst, wie lange und in welcher Währung. Erst wenn du das weißt, lässt sich die eigentliche Frage beantworten: Welche Aufgabe soll eine Anleihe in deinem Portfolio erfüllen? Dieses Whitepaper zeigt, wie Anleihen funktionieren, wo ihre Risiken liegen und wann sie ein Aktienportfolio tatsächlich stabilisieren.